Der Alkohol und die Gefahren – Prävention in der Schule

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Über 60 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel folgten am Freitag, 20. Januar 2017, den Vorträgen von Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Andreas Niethammer und dem ehemaligen Völklinger Polizeichef Werner Michaltzik. Für die jungen Menschen war es eine willkommene Abwechslung vom normalen Unterricht, die Schulsozial-arbeiterin Andrea Schaffner organisiert hatte.

Das Thema: Alkoholprävention. Nicht leicht in einer Gesellschaft, in der Alkohol bei geselligen Runden und selbst bei offiziellen Anlässen immer dazu gehört. Nach ihnen bekannten Drogen gefragt, konnten die Jugendlichen schnell die gesamte Bandbreite der illegalen Drogen aufzählen, waren dann aber umso überraschter, also ihnen der Referent klar machte, dass an den legalen Drogen Alkohol und Nikotin über tausend Mal mehr Menschen in Deutschland sterben als beispielsweise an Heroin. Wie der weit verbreitete und viel zu billig zu erwerbende Alkohol auf den Körper einwirkt, wurde den Schülerinnen und Schülern beim Einblenden der entsprechenden Bilder auf der Leinwand deutlich erklärt. Dass dabei junge Menschen, deren Organe sich noch im Aufbau befinden, besonders gefährdet sind, verstanden sie sofort. Ebenso die Fachbegriffe wie Promille, die verschiedenen Grade einer Trunkenheit und ihre Folgen und die nicht zu beeinflussende Zeit, den Alkohol im Körper wieder bis zur Nüchternheit abzubauen.

Dr. med. Andreas Niethammer

Dr. med. Andreas Niethammer

Werner Michaltzik

Werner Michaltzik

Bewusst setzt die Alkoholprävention in der Schule schon sehr früh an, um die Kinder und Jugendlichen aufzuklären, ehe sie im Kreise ihrer Altersgenossen bei den üblichen Anlässen wie Partys oder Disko-Besuchen mit der Frage konfrontiert werden: Trinke ich mit oder nicht? Und wenn, wann höre ich rechtzeitig auf? Kleine positive Wirkungen sind statistisch schon feststellbar, wenn auch immer noch etwa 500 Jugendliche pro Jahr im Saarland wegen einer Alkoholvergiftung medizinische Betreuung in Anspruch nehmen müssen. Dass das für den Betroffenen alles andere als angenehm ist und die Eltern auch noch etwa 1.000 € kostet, ging aus den beiden Vorträgen klar hervor.

Besonders drastisch konnten die Bilder von Dr. Niethammer beweisen, wie regelmäßiger Alkoholgenuss während der Schwangerschaft das Gehirn des Neugeborenen unumkehrbar für sein ganzes späteres Leben schädigt, so dass selbst ein normaler Schulbesuch schon nicht mehr möglich ist. Etwa 10.000 Kleinkinder pro Jahr erleiden in Deutschland dieses Schicksal.

Die jugendlichen Zuhörer konnten aus ihrer Erfahrung sogar schon einige Erlebnisse mit Betrunkenen erzählen und lockerten so die Vorträge auf.

Im zweiten Teil beschrieb Werner Michaltzik aus seiner Sicht als Polizeibeamter die Gefahren, die nach übermäßigem Alkoholgenuss entstehen. Das Unfallrisiko steigt schnell auf das 30-fache, und das gilt nicht nur für den Straßenverkehr, wo man als Fahrer oder  Mitfahrer viel zu oft zu Schaden kommt, sondern auch in vermeintlich ganz alltäglichen Situationen wie dem Heimweg zu Fuß.

Den Schülerinnen und Schülern wurde auch erklärt, wie der Staat seine Jugendlichen vor den Gefahren und schädlichen Folgen schützt, und zwar mit den Regelungen im Jugendschutzgesetz.

Dass Gesetzgeber und Gesellschaft hier aber noch weit mehr tun könnten und sollten, verschwieg der Referent nicht.

Das anspruchsvolle Thema erforderte von den jungen Zuhörern viel Konzentration und Disziplin, es war aber erstaunlich, wie gut sie diese Herausforderung annahmen und bewältigten. Unterricht einmal anders, und man darf davon ausgehen, dass sie für ihr Leben einiges gelernt haben.

2017-01-24T14:39:17+00:00 Kategorien: Allgemein, Gelungene Projekte|Tags: , , , , |